Schuld ist Peter Nogly
Schuld ist Peter Nogly
oder
Warum gibt es den OFC HSV Basis Nordwest?
Es war der 16.09.1977 und der kleine Nils und der kleine Stephan dümpeln auf ihrem Bolzplatz im beschaulichen Bad Zwischenahn dahin und spielen auf dem Dorfplatz Fußball. Dieses mal aber etwas aufgeregter als sonst, denn tags zuvor hatte Nils’ Opa gesagt: “Samstag fahren wir mal zum Fußball nach Hamburg, Jungs. Wie wär’s?” “Wie wär’s, natürlich wär das super”. Wir hatten ja noch keine Ahnung was das bedeuten sollte.
So fuhren wir dann die zwei Stunden aufgeregt wie nur was Richtung Volkspark. Was wir dann erleben sollten war so was wie die größte Weichenstellung im Leben eines kleinen Jungen und wie sich nun herausgestellt hat, im Leben überhaupt. Was für ein riesiges Stadion, was für coole “Macker” mit den Kutten in der Kurve und 40.000 Mann auf einem Haufen hatten wir auch noch nie gesehen. So will ich auch werden, wenn ich groß bin.
Und dann die 13. Minute. Peter Nogly macht das 1:0 gegen den 1.FC Köln und uns war klar, dass es keinen anderen Verein mehr auf dieser Welt für uns geben wird als den HSV. Von da an ging es auf den Bolzplätzen nur darum wer denn nun Kevin Keegan sein durfte und wer den Rudi Kargus im Tor macht.
Was folgte waren die fetten Jahre und wir waren in der Schule und auch sonst wo obenauf mit unserem Verein. Dann folgten die mageren Jahre und die Gegend im Nordwesten wurde auf Grund des Erfolges der Bremer immer grünweißer. Unerträglich für uns und unsere Kumpels. Wir hatten immer weniger zu feiern und konnten uns obendrein noch in der Schule, auf der Arbeit, an der Uni, in der Kneipe usw. das Gequatsche anhören. Irgendwann schaltet man natürlich auf Durchzug, jedoch den Printmedien (Nordwest-Zeitung – mit Monopolstellung) und den hiesigen Radiostationen kann man auf Dauer nicht ausweichen und man muss, nunmehr seit Jahren, die täglichen Lobhudeleien Richtung Weser und das gleichzeitige Belächeln unseres Vereins ertragen. Grausam.
So grausam mittlerweile, das bei unseren 14-täglichen Heimspiel-Treffen im Volksparkstadion einer sagte: “Jungs, so viele Brähmer sind das gar nicht bei uns in der Gegend. Überlegt mal wie viel HSVer ihr aus unserer Gegend kennt und wieviele hier vereinzelt rumrennen. Die muss man nur mal alle unter einen Hut kriegen”. Gesagt getan.
Zum ersten informellen Treffen, nachdem man sich bei den Supporters die OFC-Mappe abgeholt hatte, kam es dann im Februar 06 beim lokalen Griechen in Bad Zwischenahn, bei dem die vier Gründungsmitglieder anwesend waren. Als man so besprach wie man sich das denn nun alles so vorstellte, vernahm man am Nebentisch ein Ehepaar, das ebenfalls über Fußball diskutierte. Einer von uns fragte: “Kennst du den Meister?” “Ne, ich kenn den ganzen Macker nicht, bestimmt wieder einer aus der kleine Hansestadt”. Zwei Minuten später kam der Typ dann zu uns an den Tisch und jeder legte sich schon diverse Beschimpfungsmuster zurecht. “Ich habe gerade mitbekommen, dass ihr einen Fanclub gründen wollt. Hatte ich auch schon vor”. “Ne ne Macker, wir sprechen hier von einem richtigen Fanclub. HSV und nicht Werder (dazu gesagt werden muss, dass natürlich am Tisch gegenüber eine Familie mit zwei Söhnen – beide im grün-orangen Trikot saßen)”. “Jungs beruhigt euch mal. Ich bin doch auch HSVer”. Und schwupps landete die Supporters-Karte auf dem Tisch. “Ich mach mit”. Wir guckten uns verdutzt an und waren uns nun noch sicherer als vorher, dass es Zeit wurde hier mal nen “richtigen” Fanclub zu gründen.
Flugs die E-Mail-Adresse eingerichtet. Alle angeschrieben, von denen man wusste, dass sie die Raute im Herzen tragen und mit ca. 12 Mann ging es an den Start.
Der Übergabetermin der OFC-Urkunde (22.04.06) deckte sich mit dem Junggesellenabschied des 1. Vorsitzenden. Wo sollte der wohl anders stattfinden als im Volksparkstadion? Er wurde verpflichtet in der Halbzeit des Spiels gegen den Pillenclub den heiligen Rasen zu pflegen, um danach die Ernennungsurkunde entgegen zu nehmen.
Selbst bei der Hochzeit wurden kleine Rauten an den Anzügen des Bräutigams und des Trauzeugen ausgemacht. Und das alles nur weil Peter Nogly 29 Jahre vorher eine Bude gemacht hatte. Vor dem Standesamt wurden standesgemäß HSV-Fahnen geschwenkt und es wurde Farbe bekannt.
Was ist nun seitdem im Club passiert?
Es wurden und werden Busfahrten zu nahezu allen Heimspielen organisiert (der 40er Bus ist immer voll), auswärts war man auch fast immer präsent.
Die Mitgliederzahl wurde nahezu verdreifacht. Ein Beweis für die Notwendigkeit diesen Club im sogenannten “Werder-Hinterland” zu gründen, um den Beweis anzutreten, dass es eine große Zahl von Rautenträgern selbst und vor allem in dieser Gegend gibt.
Es wurde eine Fußballmannschaft unter unserem Namen bei einem großen Fußballturnier für Jedermann ins Rennen geschickt, bei dem der Erlös gemeinnützigen Zwecken zugeführt wurde. Man belegte den 4. Platz.
Poloshirts und Kapuzensweats mit unsrem Logo in tintenblau wurden zigfach produziert und werden nun in der Region getragen, um eine Corporate Identity zu fördern und natürlich, um gerade hier richtig Farbe zu bekennen.
Die ersten 3000 Aufkleber waren sofort vergriffen und sind von der Türkei über Mallorca und in nahezu allen Bundesligastadien (auch durch die WM) und auf deutschen Autobahnen, natürlich nur auf den dafür vorgesehenen Plätzen, zu finden.
Die kleine und große Zaunfahne hing bei über 10 WM-Spielen in Hamburg, Hannover, Berlin, München und Köln. Farbe bekennen. Und das alles nur weil Nogly…
Wir organisieren die Auswärtsfahrten samt Übernachtungen (wenn nachgefragt), kümmern uns um Mitgliederfragen bezüglich Ticketing, Terminen und sonstigen Fanbelangen usw. Indirekt wird dadurch natürlich auch die Arbeit der Supporters entlastet, denn für alle HSV-News fungieren wir in unserer Region als Multiplikator.
Eine eigene Homepage wurde eingerichtet und wird häufig mit aktuellen Infos aktualisiert. Wir verstehen diese Seite auch als Infopage für alle HSV-Fans, da wir versuchen die wesentlichen HSV-Informationen zu bündeln und sie zu publizieren. Mittlerweile haben sogar Mitglieder anderer Fanclubs die Seite als Startseite eingerichtet.
Wir sind ständig dabei die Aktivitäten um den Club zu optimieren und sind ja im Grunde auch gerade erst angefangen.
Was hebt uns nun von der Masse hervor?
Wir können sicherlich die Arbeit der anderen Clubs schlecht aus der Ferne beurteilen, jedoch sind wir sicher, dass das Engagement und das Herzblut, welches bisher in den Club investiert wurde, jede Minute wert waren.
Eine Sache gibt es dann doch, die uns ganz sicher von anderen HSV-Fanclubs unterscheidet. Welcher andere Fanclub kann den Sportmanager eines Bundesligakonkurrenten in seiner Mitgliederliste aufweisen?
Carsten Linke (Hannover 96), seines Zeichens immer schon HSV-Fan (er war seiner Zeit auch dabei, wenn es darum ging, wer denn nun Keegan und wer Kargus ist), trat unserem Club im April bei und trägt nun auch sein BNW-Poloshirt. Wenn das nichts ist……
Was wäre gewesen hätte Peter Nogly nicht getroffen…..
Blau-weiß-schwarzen Gruß
Eure HSV Basis Nordwest