Emotionale Mitgliederversammlung

1949 Mitglieder waren in den Saal 1 des CCH gekommen, weil sie Aufklärung forderten nach dem Ende von Dietmar Beiersdorfer als Sportchef. Diesen Ansturm hatte wohl kaum einer erwartet, daher konnte die außerordentlichen Mitgliederversammlung des HSV am gestrigen Montagabend auch erst mit einer Verspätung von 25 Minuten gestartet werden. Erwartet emotional wurde dann auch gut 3 Stunden über die Hintergründe diskutiert, die am 23. Juni zur Trennung von Dietmar Beiersdorfer geführt hatten. Im Zentrum der Kritik stand Bernd Hoffmann. Ralf Bednarek bemängelte den autoritären Führungsstil Hoffmanns sowie das Krisenmanagement des HSV und bezweifelte, dass Beiersdorfer tatsächlich aus freien Stücken zurückgetreten sei.

Hoffmann, der aus dem Kampf mit Beiersdorfer um Macht und Kompetenzen als Sieger hervorgegangen war, verteidigte sein Vorgehen, zeigte aber auch Selbstkritik: “Ich stehe inhaltlich dazu, dass ich als Vorstandsvorsitzender kritische Fragen stelle. Ich werfe mir vor, dass auch ich etwas mit der Situation zu tun habe, in der wir jetzt sind.” Mit Blick auf Beiersdorfer fügte er hinzu: “Das ist aber auch eine Frage der Kommunikation.”

Auch Aufsichtsratsmitglied Prof. Jörg Debatin musste sich viele Pfiffe gefallen lassen. Er hatte Beiersdorfer in einem Zeitungsinterview „Starrsinnigkeit zur Unzeit“ vorgeworfen und wiederholte diese Vorwürfe. „Ihre nassforsche Art passt nicht zum HSV“, sagte Peter Gottschalk, der ehemalige Seniorenratsvorsitzende.

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